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von Karin M.Erdtmann Koelner Stadtanzeiger 17.05.06
Altenberg - Madonna im Konfirmandensaal, Visionen unter Raufaser (....)Sven
Kehm hatte hier sein temporaeres Gesamtkunstwerk geschaffen und
jeden Millimeter Wand und Decke mit seinen multidirektional
mutierfreudigen Zellkonstruktionen ueberzogen. Im Christophorus-Haus
hatte der weltweit einzig bekannte Maler mit spiegelverkehrten
Innenorganen (Kehm ueber Kehm) Visionen Ausdruck verliehen, die er
einst im Koma hatte. Nach und nach verschwindet nun die psychedelische
Innendekoration mit ihrer archaischen Formenvielfalt unter viel Farbe
und Raufaser. Ein ausgesprochen buntes Treiben herrscht auch im einstigen Gemeindesaal (...)
(KStA)
Musterwerke der Ewigkeit
VON JUTTA EILEEN RADIX
Froschlaich,
Eier, Kreaturen aus dem Weltraum - Ueberall in der Wohnung des Malers
Sven Kehm finden sich seine bevorzugten Motive.
Altenberg - In
seiner Kindheit, so schildert es der 36-Jaehrige, lag er mit
Lungenentzuendung im Koma und hatte waehrenddessen Visionen,
Traumbotschaften, die den Grundstein fuer sein spaeteres
kuenstlerisches Schaffen legten. Im Jahre 1989 setzte Sven Kehm dann
diese Traumbilder - fuer ihn teils archaische Sinnbilder, teils
Comic-Figuren - erstmals mit Farbe um, die Waende seines Zimmers
erlebten seine ersten Versuche, mit Edding, Wasserfarbe, Resten von
Dispersions- oder Oelfarbe das auszudruecken, was er sah...
KULTUR IN PERSON
Von
diesem Moment an war fuer Kehm klar, dass er malen wollte, ja malen
musste. In mir drin sind soviele Sachen, Armeen von Figuren,
Dinge, die ich sehe, das muss einfach alles raus. Vielleicht, so Kehm,
sehe er auch anders als andere Menschen, rastermaessig und in
Strukturen. Diese Strukturen hat Kehm nicht nur auf Leinwand
kuenstlerisch umgesetzt: Er hat schon Hemden bemalt, Autoteile in
Mikrowelten verwandelt, und seine Wohnung hinter dem Altenberger Dom zu
einer psychedelisch bunten Welt gestaltet, die von wunderlichen Wesen
bevoelkert ist.
Stigmata an den Haenden
Kehm liebt die
wiederkehrenden Strukturen, und seine Werke setzen sich meist aus
kleinen, immer wiederholten Motiven zusammen. Moeglicherweise sehe
ich in diesen Mustern eine Art Ewigkeit�, spekuliert der
Kuenstler, alle meine Wesen tragen Stigmata in den Haenden.
Vielleicht sind auch ganz koerperliche Gefuehle ein Grund fuer seine
Art zu malen und zu sehen: Bei Kehm liegen die Innen-Organe verkehrt
herum, also das Herz auf der rechten Seite und alle anderen Organe
ebenfalls spiegelverkehrt. Mag sein, dass ich deswegen sehr stark
auf unsere verkehrte Welt reagiere, vermutet Kehm, vieles an
unserer Umgebung ist doch bekloppt, findet er.
Eigensinniger Autodidakt
Von
Anfang an hat sich Kehm gegen Beeinflussungen gewehrt, ist erklaerter
Autodidakt, der allenfalls Paul Klee einen gewissen Einfluss auf seine
Malerei einraeumen mag. Ich habe schon frueher darauf bestanden,
sagt er, ohne Buecher ueber Malerei zu arbeiten, fuer mich ist
Malen fast ein automatischer Akt. Waehrend der Arbeit hoert Kehm auch
haeufig Independent-Musik, Bilder tragen dann zuweilen den Titel des
Songs, bei dem sie entstanden sind. Aber auch mit Klangcollagen
experimentiert er, einer Art Hoerspiel aus Satzfetzen und Musik, die er
zu einer Geschichte verwebt. Meine Malerei wird zunehmend
dreidimensionaler. Ich arbeite mit Acrylfarben, aber lasierend, so dass
eine Tiefe entsteht, beschreibt Kehm seine Entwicklung. In seinen
Anfaengen nahm der Kuenstler, was sich gerade bot, um seine winzigen
Punkte und immer wieder anders zusammengesetzten Spiralformen und
fantastische Wesen zu malen: Gab es gerade nichts anderes oder war das
Geld knapp, malte Kehm eben mit Farben, die er im Sperrmuell fand. In
seiner Atelier-Wohnung will er sich auch selbst beibringen, dass die
Dinge endlich sind - sein Mietvertrag laeuft nur noch eineinhalb Jahre,
und spaetestens dann werden die Kunstwerke an Decken, Waenden und
Boeden der Wohnung verschwinden. Das ist fuer mich immer schon
schwer zu begreifen gewesen, gesteht der Kuenstler. Zunaechst aber will
er seine Werke der Oeffentlichkeit zeigen. Dafuer will er auch die
Tueren zu seiner Atelier-Wohnung oeffnen. Das schon sehr bald: Am
Samstag, 8. Mai, um 15 Uhr erwartet Sven Kehm das interessierte
Publikum in seinem Reich am Maerchenwaldweg 1. Die Ausstellung traegt
passend zu seinen Bildern den Titel Phase I-All Eins. Weitere Ausstellungen des Kuenstlers sollen in halbjaehrigem Rhythmus folgen.
--------------------------------- Koelner Stadtanzeiger 26.04.04 ---------------------------------
Weitsicht ueber und unter dem Rhein
Das Kunstprojekt Z Null beschliesst den Zyklus -Zwischen den Jahrtausenden-
K�ln - Schon von weitem sieht man die weissen und gelben Fahnen auf der Deutzer Bruecke im Wind flattern. Das
Kunstprojekt Z Null hat zum Silbentanz ueber dem Rhein
aufgerufen....( ) Im Inneren der Bruecke setzt sich die Kunstaktion
fort, die am 27. Dezember 1991 ins Leben gerufen wurde. Auf
13 Jahre war der Zyklus -Zwischen den Jahrtausenden- angelegt, der nun
mit einer Praesentation zum Thema Uebergang folgerichtig in einer
Bruecke endet. Quintessenz
und Ausblick will das Ausstellungsfinale sein, an dem jene 28 Kuenstler
beteiligt sind, die mit Initiator und Kurator Thomes Behrendt starteten
und seither alljaehrlich an wechselnden Orten zwischen den Jahren
eine Schau organisierten. Ihr Anliegen war das Hineinhorchen in die Zeit; die stete Auseinandersetzung mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Eine Dreiteilung bestimmt auch die letzte Ausstellung. Trennung ist das Thema im ersten dunklen Brueckenbogen....( ) Gleich
am Anfang zieht Jo Pellenz Schwarzlichtinstallation die Blicke auf
sich. Wie von Geisterhand bewegen sich die aufgenaehten Fische zu einer
Soundcollage von Sven Kehm. Akustische Malerei nennt der Koenstler seine Arbeit...( )
--------------------------------------------------------------- Koelnische Rundschau Dez. 2003 von Hanna Styrie -----------------------------------------------------
Heilandart
Kunstauktion und Kneipenevent
Passend
zur vorweihnachtlichen Geschenke-Verlegenheit praesentieren sieben
Kuelner Kuenstler/innen Objekte, Photografien und Bilder, die die
Gaeste des Abends zu unverschaemt guenstigen Mindestgeboten (ab 15
Euro) ersteigern koennen. Bei koestlichem Fingerfoog, musikalisch abgerundet durch die Aufleger gOtt und krrrks, wird Moderator Markus Hilde die Auktion der Werke vornehmen. Koeln Q-Hof, Limburgerstr.29
-------------------------- Koelner Stadtrevue 2002 -------------------------------
Im Labyrinth des Alltaeglichen
Sven Bjoern Kehm aus Koeln stellt sich mit Bildern und Objekten im Stadtsaal Frechen vor.
Frechen- Stadtsaal Frechen. Eroeffnung einer
Ausstellung. 130 Exponate in einem kahlen Raum, einige auf dem Boden.
Die Besucher unterhalten sich. Tja, was soll das nun sein? Sieht aus wie...- wie Muellkunst, oder so. Irgendwie mikrokosmisch. Da sehe ich Alufolie, und dort Pappmachee das ist wie ein Altar. Obenauf eine Krone, weiter unten sind Tiere. Ein Loewengesicht. Beine, ein...Totem?! Oh je schwierig, schwierig. Also dann, hin zum Produzenten und ihn gefragt; er muss es ja schliesslich wissen. Sven
Bjoern Kehm, 24 jaehriger Kuenstler aus Koeln, muss aber selbst auch
passen. Er wisse nicht, was das fuer ein Stil sei, und was er damit
genau beabsichtige. Er male halt einfach.. Er setze sich hin, und lasse dem, was da auch immer seine Finger bewege, freien Lauf... Lehrer? Kunstunterricht? Nee, auch nicht. Autodidakt sei er.....( ) Die Seelenbilder,
wie Kehm seine Oelbilder, Zeichnungen und Plastiken nennt, sind sehr
assoziationsreich. Sie stellen nichts Reales dar, sie entfremden
und verwirren, indem sie mit bestimmten grafischen Komponenten, - meist
labyrinthartige Striche, Kreise und Rechtecke eine Art Landschaft
aufbauen. Das hat teilweise etwas natuerliches, warmes, und teilweise etwas verruecktes, visionaeres. Weiterhin gibt es Farbcollagen zu entdecken, bei denen Rottoene und eher ins mattere gehende Farben bevorzugt werden. Der
dritte Bereich der Ausstellungsstuecke sind die Plastiken, die
eigentlich keine sind, da es sich hier um bemalte Gegenstaende des
alltaeglichen Lebens handelt. Hocker, Tische, Kisten, Kotfluegel,
Radkappen...........( )
-------------------------------------------------------------------- Koelnische Rundschau 1992 von Tasso Diedrich -------------------------------------------------------------
Ein Spiegel der Seele
Sven Kehm (24) ueberrascht mit seinen bizarren Werken
Frechen Man muss schon Geduld haben, wenn
man die Bilder von Sven Kehm entdecken will. Fast unendliche Geduld,
denn immer wieder findet sich Neues. Ungesehenes, winzige Details,
die die Werke ergaenzen, die Aussage verschieben und dem Betrachter
andere Wege erschliessen in das Leben des Kuenstlers. Denn was der 24 jaehrige im Frechener Stadtsaal ausstellt, ist ein Teil seiner Selbst. Jedes
Mal, wenn ich einen Blick auf die Bilder werfe, ist es wie ein Blick in
einen Spiegel, ich habe da ein Stueck meiner Seele gemalt. Erst
vor zwei Jahren hat er mit der Malerei begonnen, ohne grosse
Kunsttheorie im Hinterkopf. Es war eine Berufung, der Kuss der Muse kam
quasi ueber Nacht. Einzig die Vielfalt seiner Phantasie bestimmt seine Werke. Und die ist betraechtlich. Mit
170 Exponaten ist die Werkschau von Sven Kehm ohne Zweifel die groesste
Einzelausstellung, die bisher im Frechener Stadtsaal gezeigt wurde. Schon die Haengung ist abenteuerlich. Ruhige, ausgewogenen Werke sind neben wilden, hektischen Bildern gruppiert. Grenzen
oder Schaffensperioden sind nicht, wenn bei einem so jungen
Kuenstlerleben ueberhaupt denkbar, auszumachen. Der einzige Leitfaden,
der dem Betrachter bleibt, ist die Gewissheit, dass Sven Kehm in den
Bildern seiner Gefuehlswelt eine Form gegeben hat. Dabei haben die
Traeger, die er als Grund fuer seine gefuehlvollen Phantasien waehlt,
stets eine eigene Geschichte zu erzaehlen. Bereits die bizarren Titel Schock der Geburt, Die letzten Sekunden des Astronauten auf dem Planet Ikarus, Vorhang auf zur grossen Genshow, lassen die intensive Auseinandersetzung mit dem Leben erahnen. Mit anderen Kuenstlern hat Sven Kehm wenig am Hut ich habe keine Vorbilder und keinem was abgeguckt! Die Ausstellung ist noch bis zum 16. Oktober im Stadtsaal Frechen zu sehen. Den Namen Sven Kehm werden Kunstfreunde sich auch nach diesem Termin merken m�ssen.
------------------------------------------------------ Frechener Wochenspiegel Okt. 1992 ------------------------------------------------------
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